Donnerstag, 18. August 2016

Rezension: Wenn das Glück dich sucht

Wenn das Glück dich sucht 
von Erica James
Roman
ISBN: 3404173457

Worum es geht: 
Saskia ist mit ihrem beschaulichen Leben als Buchrestauratorin in einem kleinen Dörfchen in Suffolk zufrieden. Ihr Vater und ihre Opas, mit denen sie nach einem Schicksalsschlag zusammenwohnt, wollen allerdings, dass sie endlich die Welt entdeckt. Saskia lässt sich davon nicht beirren. Vor allem nicht, als sie einen interessanten Auftrag erhält: die Veräußerung einer wertvollen Bibliothek. Dabei findet sie nicht nur ein geheimnisvolles Notizbuch, sondern trifft auch den charmanten Matthew...

Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Dieses Buch war mal wieder ein absolut spontaner Cover-Kauf. Das Cover ist in tollen Blautönen gehalten (irgendwie stehe ich total auf blaue Bücher) und lag auf einem sommerlich dekoriertem Tisch in meiner neuen Lieblingsbuchhandlung aus. Da musste es einfach mit.

Mein Eindruck:
Lange Zeit war ich nicht mehr so gespalten in meiner Meinung zu einem Buch.
Zu erst hat mich geärgert, dass der Klappentext mir weis machte, das entdeckte Notizbuch wäre Saskia beim Aufräumen selbst in die Hände gefallen - so war es nicht. Jetzt mag ich vielleicht kleinlich sein, denn das Notizbuch ist tatsächlich durch die Aufräumarbeiten aufgetaucht, aber eben nicht auf direktem Wege. Für mich hörte sich der Klappentext nach dem direktem Wege an und da hab ich mich gefragt, wie um alles in der Welt es passieren kann, dass der Klappentext mit dem Inhalt nicht ganz stimmig ist?

An zweiter Stelle hat mich irritiert, dass die Geschichte, die ziemlich in der Gegenwart spielt, also rund um Saskia, nur so "dahinplätscherte" und für mich ziemlich durchschaubar war. Alle sorgten sich so sehr um Saskia und es wurde gefühlte hunderte Male betont, dass Saskia sich endlich los machen muss von ihrer Familie. Es wurde aber auch hunderte Male betont, dass Saskia dies nicht möchte - um so unglaubwürdiger für mich das Ende von diesem Teil der Stoty. So viel kann ich an dieser Stelle verraten. Gelungen ist in meinen Augen jedoch, dass jede Figur ihre Eigenheiten beibehält. An mancher Stelle wirkt dies etwas übertrieben, aber der rote Faden, die Individualität der Figuren bleibt erhalten. Keine der Figuren erschien mir unsympathisch und Saskia konnte ich mir besonders gut vorstellen. Jedoch gehen mir trotz der vielen Betonungen die Figuren zu wenig in die Tiefe... Sehr geschätzt habe ich die Abschnitte, die von Saskias Arbeit handeln.

Jetzt zum durchweg positiven Teil des Buches: die zweite Handlung, die durch das Notizbuch beschrieben wird, ist meines Erachtens wesentlich gelungener erzählt. An dieser Stelle habe ich mich teilweise gefragt, warum es hier der Autorin so viel geschickter gelang spannend und gefühlvoll zu erzählen. Die Figuren dieses Abschnittes sind in meinen Augen wesentlich authentischer in ihren Handlungen. Hier wird nicht jede Eigenheit gefühlte hundert Mal betont und die Ereignisse, die Gefühle, ja die komplette Story spielte wie in einem Film in meinem Kopf ab. Die Figuren dieses Teils sind mir wesentlich deutlicher in Erinnerung, als Saskia und Co.

Insgesamt möchte ich festhalten, dass dieses Buch durchaus "nette Unterhaltung" ist, die leider viel verschenktes Potenzial in einem der beiden Handlungsstränge aufweist. Wer darüber hinweg sehen kann, wird jedoch seine Freude mit dem Buch und ein paar spannende und gefühlvolle Stunden verbringen.

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