Samstag, 13. August 2016

Rezension: Die Toten, die niemand vermisst



Die Toten, die niemand vermisst

von Hjorth und Rosenfeldt
Krimi

ISBN: 978-3499266614

Achtung: dies ist bereits Band 3 der Reihe rund um Sebastian Bergmann. Hier ist findest du die Rezension zu Band 2! 

Worum es geht:
In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt. Jemand anderes hatte dafür weniger Glück: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet. 

Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie. 

Als Höglund und Bergman endlich auf eine brauchbare Spur stoßen, schaltet sich der schwedische Geheimdienst ein...


Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Bereits die beiden Vorgänger haben den Weg vor meine lesehungrigen Augen gefunden. Da ist es für mich nur logisch, dass ich die Reihe weiter verfolge. Und auch mit Band 3 wurde ich nicht enttäuscht.

Mein Eindruck:
Band 3 der Krimi-Reihe rund um den Psychologen Sebastian Bergmann knüpft nahtlos an seine beiden Vorgänger an. Jeder einzelne der Ermittler kämpft weiterhin mit seinem Privatleben und weiterhin ziemlich viel für sich allein - die Mitglieder des Teams wissen untereinander ziemlich wenig - der Leser erfährt weiterhin viel von jeder einzelnen Figur des Buches. (Dennoch möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass jemand, der die beiden Vorgänger nicht kennt, auch seine Freude an dem Buch hat.) Mir gefallen ja Bücher, in denen ich über das Privatleben der Ermittler etwas mehr erfahre als "üblich" in der Regel ganz gut - hier hat es jedoch den Anschein, dass der Fall um die unbekannten Leichen ziemlich in den Hintergrund rückt. Die Ermittlung an sich ist lange Zeit ziemlich unspektakulär und gewinnt erst später im Buch an Spannung. (Wer wie ich das Team der Ermittler bereits kennt und die besonderen Eigenschaften jedes Einzelnen mag, den stört die anfangs schleppende Entwicklung des Falls vermutlich nicht.) Die Auflösung des Falls gefällt mir dann wieder besser - abgesehen davon, dass ich es jetzt kaum abwarten kann, was im Nachfolgeband passiert, denn auch hier wird vermutlich die Geschichte nahtlos weiter gehen.
Einen Minuspunkt muss ich jedoch ausgerechnet für den Perspektivwechsel vergeben: üblicherweise macht dies oft den Reiz einer Handlung für mich aus. Diesmal erfüllt die Erzählung aus den Perspektiven der Opfer zu viele Klischees, die zudem, meines Erachtens, ständig wiederholt werden, damit der Leser auch ja "die andere Kultur" vor Augen hat... Das hätte in meinen Augen anders gelöst werden können.



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