Freitag, 15. April 2016

Rezension: Kielgang

Kielgang
Krimi
ISBN: 3426516136
von Angelika Svensson

Worum es geht:
Auf einem Gestüt an der Ostsee werden zwei junge Männer aufgefunden – der eine tot, der andere schwer verletzt.
Ein Fall für Kriminalhauptkommissarin Lisa Sanders von der Mordkommission Kiel, der dadurch erschwert wird, dass Oberstaatsanwalt Fehrbach der Sohn des verstorbenen Gestütsbesitzers ist. Seit ihrem letzten Fall hat Lisa eine äußerst zwiespältige Beziehung zu Fehrbach. Kein Wunder, dass sie sich mit gemischten Gefühlen an die Aufklärung des Verbrechens macht – die sie bald in die düstere Welt der Rockerbanden und ihrer Drahtzieher führt

Mein Eindruck:
"Kielgang" ist der zweite Band der Reihe rund um Kommissarin Sanders. (Den Auftakt "Kiellinie" habe ich bereits hier rezensiert.)
Die Fortsetzung rund um die Geschehnisse von Ermittlerin Sanders hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Die Figuren, besonders die Figuren Sanders und Fehrbach sind mir noch weiter ans Herz gewachsen und mittlerweile ist mir sogar die Ermittlerin durch und durch sympathisch und ihr Gefühlschaos sehr nachvollziehbar für mich. Die Figur verliert dabei nicht an Authentizität, da ihre Ecken und Kanten erhalten bleiben. Fehrbach ist jedoch meine absolute Lieblingsfigur dieser Reihe, ich mag seine teilweise schroffe Art und habe ein ziemlich genaues Bild vor Augen, wenn ich ihn mir vorstelle, (obwohl ich mir in diesem Band an einer ganz bestimmten Stelle dachte: WAS? Das kann doch wirklich nicht sein Ernst sein...?). Auch die anderen Ermittler wurden mir als Leserin immer vertrauter und ein paar persönliche Details machten die Figuren des Ermittlerteams perfekt.
Der eigentliche Fall, in den eine Rockerbande verstrickt ist, konnte mich jedoch nicht hundertprozentig überzeugen. Zu sehr wird eine bestimmte Figur hervorgehoben, um dann im letzten Moment als Täter auf zu tauchen. Hier wurde meiner Ansicht nach viel Potenzial in der finalen Auflösung des Falls verschenkt, bzw. zu lange an der falschen Spur festgehalten. Der eigentliche Täter erhält dadurch nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient. Denn auch diese Figur ist insgesamt gut gezeichnet.
Während ich in meiner vorangegangenen Rezension noch den Stil der Autorin Angelika Svensson bemängelt habe, erschien mir der Stil und die Sprache im zweiten Band deutlich flüssiger. "Notlösungen", wie zum Beispiel klingelnde Telefone, um schwierige Situationen der Figuren zu umgehen, sind mir seltener aufgefallen.
Insgesamt ist auch der zweite Band meiner Meinung nach als "Häppchen" für zwischendurch. Perfekt für den Alltag, da der Wiedereinstieg in das Buch jederzeit sehr leicht fällt. Ich freue mich jetzt bereits auf den dritten Band.

Leseempfehlung!


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