Dienstag, 27. Dezember 2016

Hörbuch-Rezension: Der Gesang der Wellen nach dem Sturm

Der Gesang der Wellen nach dem Sturm
von Kirsty Wark
gelesen von 
Regina Lemnitz, Tanja Geke


Worum es geht: 

Martha kann es kaum glauben: Ihre Mutter Anna hat ein Haus geerbt, von einer ihr wildfremden Frau namens Elizabeth Pringle. Doch Anna ist krank und kann ihr Erbe nicht antreten. So beschließt Martha, sich selbst auf den Weg zu machen. Sie fährt nach Arran – auf die sturmumtoste Insel, auf der sie früher mit ihrer Mutter so glückliche Tage verbracht hat. Martha verliebt sich sofort in das Haus, das voller Geheimnisse um die vorherige Besitzerin ist. Wer war Elizabeth Pringle, und warum hat sie ihr Haus Anna vermacht?

Mein Eindruck:

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven, bzw. zwei unterschiedlichen Zeiten geschildert. Elizabeth Pringle erzählt ihre eigene Geschichte in Zeiten des Krieges, während Martha das aktuelle Geschehen auf der Insel berichtet. Dieser Perspektivwechsel hat "Der Gesang der Wellen nach dem Sturm" vor einem Abbruch meinerseits bewahrt: Die Ereignisse rund um Martha plätschern (recht vorhersehrbar) nur so vor sich hin. Spannung kommt hier keineswegs auf. Einzig die Erzählung von Elizabeth hat mich motiviert weiter zu hören. Ihren Charakter erlebte ich zudem "authentischer", als den Marthas. 
Die Beschreibungen der Atmosphäre der Insel verursachten bei mir tatsächlich Fernweh. Dieser Aspekt ist der Autorin Kirsty Wark durchaus gelungen. 

Mein Fazit:

"Der Gesang der Wellen nach dem Sturm" eignet sich für Hörerinnen, die gerne eine seichte Geschichte erleben möchten. Viel Spannung kommt nicht auf und so lässt sich dieses Hörbuch gut "nebenher" hören. 

Dienstag, 6. Dezember 2016

Rezension: Mann ohne Herz

Mann ohne Herz
von Grebe und Träff
Roman
4. Band


Worum es geht:
Sommer in Stockholm. Die Nächte hell, die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Für Siri Bergman ist es der erste Tag in ihrem neuen Job. Nachdem ihre Praxis schließen musste, arbeitet die Psychotherapeutin nun bei der Polizei – als Profilerin soll sie psychologische Täterprofile erstellen. Gleich ihr erster Fall ist von großer Brisanz: Ein Mörder hat es auf attraktive, gut situierte Männer abgesehen – homosexuelle Männer. Er tötet sie und schneidet ihnen das Herz heraus. Ist der Mörder ein verrückter Schwulenhasser? Oder deutet die Grausamkeit der Tat auf einen ganz anderen Zusammenhang hin?



Mein Eindruck:
Im bereits 4. Band um Siri Bergmann fängt ein neuer Abschnitt an - Siri arbeitet jetzt für die Polizei. In diesem Band wird der erste Fall für sie beschrieben und wie sie in das Team "hineinwächst". Der Leser lernt folglich zeitgleich mit Siri weitere Figuren in den Romanen kennen. 
Aber bereits bekannte Personen bleiben erhalten, auch wenn zB. Aina nur noch am Rande erwähnt wird. Siri hat mit dem Vertrauensbruch noch immer nicht abgeschlossen. Hier kann ich ihre Handlungen absolut nachvollziehen und empfinde die Figur sehr authentisch.
Der Fall ist meines Erachtens spannend und schlüssig erzählt und lässt keine weiteren Wünsche offen. Auch in diesem Band gefielen mir die Perspektivwechsel äußerst gut. 

Achtung Spoiler: In diesem Buch hat mich eins enorm gestört - Siri landet mit einem ihrer Kollegen im Bett. Klar, das ist wieder ein Hinweis auf Aina, Siri dürfe sie nicht verurteilen und so weiter. Aber genau dies stört mich. Denn kann es in Krimis keine Figuren geben, die einfach mal treu in einer Partnerschaft leben, auch (oder gerade dann!) wenn es mal Schwierigkeiten gibt? 

Mein Fazit:
Wie auch der Rest der Reihe empfinde ich den 4. Band rund um Siri äußerst lesenswert. Mir wurden einige spannende Stunden geschenkt, die ich sehr genossen hab - obwohl mich ein kleiner Teil in der Teamfindung dann doch enorm gestört hat. 



Freitag, 25. November 2016

Hörbuch-Rezension: Die Chemie des Todes

Die Chemie des Todes
von Simon Beckett
gelesen von Johannes Steck

ISBN: 978-3-89964-489-0


Worum es geht:
David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet. Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen. Gerade als sich anhand seiner Analysen herausstellt, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt, um sie noch lebend zu finden. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten.

Mein Eindruck:
Die Story "Die Chemie des Todes" war mir bereits durch die Printausgabe vertraut und schon damals habe ich sie verschlungen. Da im Oktober diesen Jahres der fünfte Band rund um David Hunter erschien, hatte ich jedoch noch einmal Lust auf den Beginn des Ganzen. Und ich wurde nicht enttäuscht! 
Insgesamt ist dies ein sehr spannender Auftakt einer Reihe und trotz meiner Kenntnis über den Verlauf war es erneut sehr spannend.
Der Leser Johannes Steck schafft es, mich völlig in seinen Bann zu ziehen und wird meinen Ohren nie langweilig oder gar ermüdend. Eine Stimmvielfalt wie wir es von Rufus Beck gewöhnt sind, hat er nicht. Das ist jedoch auch nicht notwendig, da "Die Chemie des Todes" in der Ich-Form erzählt wird. Auch für diesen Erzählstil gibt es einen Pluspunkt. Die Geschichte wurde nicht durch Emotionen oder Schock der Figur "überladen". Vielmehr wurde der "Bericht" durch David Hunter recht nüchtern gehalten. Das gefällt mir persönlich sehr gut!

Mein Fazit:
Ein klasse Hörbuch für jeden, der Spannung und einen guten Sprecher sucht. 

Freitag, 11. November 2016

Rezension: Bevor du stirbst

Bevor du stirbst
von Grebe und Träff
Roman
3. Band

ISBN:  978-3-442-75369-7

Worum es geht: 
Eine kalte Winternacht in Stockholm. Eine junge Frau allein in einem menschenleeren Park. Plötzlich Schritte, die immer näher kommen. Als sie sich schon verloren glaubt, fällt ein Schuss, ihr Verfolger stürzt zu Boden und bleibt in einer Blutlache liegen. Fünf Jahre später findet die Psychotherapeutin Siri Bergman in alten Kisten ihres ersten Mannes Stefan eine merkwürdige Notiz, die auf genau diesen Mord hinweist. Gibt es etwa einen Zusammenhang zwischen der grauenhaften Tat und Stefans Selbstmord, der nur wenige Wochen danach Siris Leben erschütterte? Der Gedanke lässt sie nicht mehr los. Hat Siri ihren Mann jemals wirklich gekannt? 

Mein Eindruck:
Der dritte Teil rund um die Figur Siri Bergmann, beschäftigt sich sehr mit ihrer eigenen Vergangenheit, was den beiden Autorinnen in meinen Augen äußerst gelungen ist. Die Verknüpfung von Siris Privatleben mit einem kriminologischem Fall konnte sehr gut hergestellt werden und Siri ist mir noch weiter ans Herz gewachsen. 

Das große Finale dieses Buches ist sehr packend und konnte mich in seinen Bann ziehen. Ich habe beim Lesen richtig mitgefiebert, obwohl gegen Ende das Ein oder Andere ein wenig vorhersehbar war. 
Ein weiterer Pluspunkt für dieses Buch: der Tod von Stefan wird am Ende endlich aufgeklärt und Siri kann weitesgehend mit ihrer Vergangenheit abschließen. Auch hier reagiert die Figur Siri Bergmann in meinen Augen äußerst authentisch, in dem sie nun einige Dinge in ihrem Leben ändert. So tauchen ein paar bereits bekannte Figuren ebenfalls wieder auf und so kann über das Thema Freundschaft und "Erwachsen werden", bzw. sich als Freunde "auseinanderleben" ein wenig philosophiert werden. 

Mein Fazit:
Die gesamte Reihe ist in meinen Augen äußerst lesenswert und wird viele spannende Stunden schenken. Den nächsten Band "Mann ohne Herz" werde ich ebenfalls lesen und hier rezensieren. 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Rezension: SMS für dich

SMS für dich
von Sofie Cramer
ISBN: 3499290200

Worum es geht: 
Nach einem heftigen Streit verschwindet Claras Freund ohne ein Wort. Kurz darauf erfährt sie, dass Ben auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Dabei hatte er ihr erst vor wenigen Wochen einen Heiratsantrag gemacht! Clara ist am Boden zerstört. Wie soll sie allein weiterleben? Erst als sie vor Sehnsucht beginnt, Ben täglich eine SMS zu schreiben, findet sie allmählich wieder Halt. 
Was Clara nicht weiß: Bens Nummer wurde inzwischen neu vergeben. Die Nachrichten landen bei Sven, und sie berühren den jungen Journalisten so sehr, dass er sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Absenderin macht 


Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
"SMS für dich" fiel mir ehrlich gesagt durch die Vorschau auf die Verfilmung auf. Und das Buch wollte ich unbedingt lesen, bevor ich den Film gucke. Die Vorschau ist so viel versprechend.

Mein Eindruck:
So vielversprechend wie in meinen Augen die Vorschau auf die Verfilmung mit Caroline Herfurth und Co in meinen Augen ist - so enttäuscht hat mich dieses Buch. In meinen Augen verschenkt die Autorin sehr viel Tiefgang und die Figuren bleiben oberflächlich. Zudem hat mich gestört, dass die Phase der Trauer von Clara zu sehr ausgeschmückt wird, ohne dass mich dies in irgendeiner Art und Weise wirklich berühren konnte.
Der Wechsel der Perspektiven rettet in meinen Augen leider ebenfalls nichts am Spannungsaufbau. Normalerweise gefällt mir der Wechsel der Perspektive immer äußerst gut, hier war er größtenteils nichts sagend. Zu wenig gingen die Figuren in die Tiefe.
Das Positive an diesem Buch? Es liest sich sehr rasch weg und musste daher nicht "abgebrochen" werden. Es ist eben mal so eine seichte und oberflächliche Geschichte für zwischendurch.

Mein Fazit:
Wer mit diesem Buch seine Vorfreude auf den Film steigern möchte, sollte in meinen Augen die Finger davon lassen. Die Figuren werden meines Erachtens auch im Verlauf der Geschichte nicht richtig lebendig.

Samstag, 15. Oktober 2016

Hörbuch-Rezension: Amokspiel

Amokspiel
von Sebastian Fitzek
gelesen von Simon Jäger

ISBN-10: 3785733798

Worum es geht:

Die Kriminalpsychologin Ira steht kurz vor ihrem Selbstmord. Doch dann wird sie zu einem Geiseldrama in einen Radiosender gerufen: Ein Psychopath ruft bei laufender Sendung wahllos Menschen an. Melden die sich nicht mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel erschossen. Der Mann fordert, dass seine Verlobte ins Studio kommt. Doch die ist tot. Ira beginnt eine Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören ...

Mein Eindruck:
Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich bei Büchern von Fitzek immer ein wenig hin und her gerissen bin. Seine Bücher erscheinen mir oft als "zu sehr gewollt". Immer muss etwas noch merkwürdiger, noch spannender, noch dramatischer sein, als in der Szene zuvor. 
Die Lösung des Falls hab ich mir zwischendurch schon immer mal wieder gedacht, daher war es trotz des vielen Hin und Hers des Autors für mich keine großartige Überraschung mehr. 
In der Story von "Amokspiel" gibt es relativ viel Aciton, Ira landet bei der Mafia etc. etc. Das war mir alles ein wenig zu aufgebauscht. Dennoch, als Film könnte ich mir dies gut vorstellen - mit diesen vibrierenden Lautsprechern im Kino und vielleicht auch geschickt in 3D... 

Der Leser Simon Jäger liest meines Erachtens sehr geschickt und ich konnte mich gut in die Figur von Ira hineindenken. Die Spannung der Stimme zu lauschen ließ bei mir nicht nach und ich konnte auch während der Autofahrt sehr gut lauschen. 

Mein Fazit:
Wer generell gerne Hörbüchern lauscht, die spannend gestaltet sind und wo sich die Stimme des Lesers nicht irgendwann "abnutzt", der ist mit diesem Hörbuch gut beraten. (Soweit ich weiß gibt es mittleriweile eine andere Hörbuch-Fassung mit mehreren Sprechern, dazu habe ich jedoch leider keinen Vergleich.)
Allerdings bleibt dennoch der Wehrmutstropfen, dass alles sehr konstruiert erscheint bestehen. 

Dienstag, 27. September 2016

Rezension: Das Trauma

Das Trauma
von Grebe und Träff
Roman
ISBN: 978-3-442-74489-3


Worum es geht: 
An einem verregnetem Nachmittag in einem Vorort von Stockholm: Unter dem Küchentisch versteckt, muss die fünfjährige Tilde mit ansehen, wie ihre Mutter bestialisch zu Tode getreten wird. Sie ist die einzige Zeugin dieses schrecklichen Verbrechens, kann sich nur vage an das Aussehen des Täters erinnern. Zur gleichen Zeit trifft die Psychotherapeutin Siri Bergman fünf neue Patientinnen, die sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammengefunden haben. Alle waren sie männlicher Gewalt ausgesetzt, alle haben sie schreckliche Geschichten zu erzählen über verratene Liebe, Schläge, Erniedrigungen. Doch schon bald schlägt die Suche nach Versöhnung um – in die Jagd nach einem besessenen Mörder, der seine erste Tat an einem verregneten Nachmittag in einem Vorort von Stockholm beging …

Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Wie du vielleicht weißt, habe ich vor kurzer Zeit den ersten Band rund um Siri Bergmann verschlungen. 

Mein Eindruck:

"Das Trauma" ist in meinen Augen ein sehr gelungener zweiter Teil rund um die Figur Siri Bergmann, die immer noch in ihrer eigenen Gegenwart gefangen ist und daher bei der Arbeit mit der Selbsthilfegruppe immer wieder auf ihre eigenen inneren Abgründe stößt. 
Auch im zweiten Band ist die Figur Siri äußerst authentisch und trauert weiterhin um ihren Mann. Hier gefällt mir, dass der Aspekt der Trauer im zweiten Band nicht einfach so "verschwindet", sondern einfach zu Siri gehört. 

Der Einblick in die Arbeit mit der Selbsthilfegruppe gefällt mir ebenfalls sehr gut - kein noch so unschönes Detail wird ausgespart und dennoch blieb mir beim Lesen die eigene, düstere Fantasie. 
Ebenfalls ein Pluspunkt ist in meinen Augen, dass die weiteren Figuren mit ihren komplexen Charaktären erhalten blieben und noch vertieft wurden. So taucht die beste Freundin Aina wieder auf und auch Sven ist mit all seinen Macken wieder mit dabei.
Die Auflösung des Falls ist gegen Ende des Buches keine große Überraschung mehr, bietet aber dennoch einiges an Spannung. 

Insgesamt gefällt mir mit diesem Buch die Fortsetzung der Reihe rund um Siri Bergmann sehr und ich freue mich sehr auf die nächsten Bände. 

Montag, 12. September 2016

Rezension: Die Therapeutin

Die Therapeutin
von Grebe und Träff
Roman
ISBN: 9783442741830


Worum es geht: 
Alles nur Einbildung oder echte Bedrohung? Siri Bergmann arbeitet als Psychotherapeutin in einer kleinen Gemeinschaftspraxis mitten in Stockholm. Sie ist den Umgang mit seelischen Abgründen und schmerzhaften Geheimnissen gewohnt. Es ist ihr täglich Brot. Doch im Moment hat sie vor allem mit sich selbst zu kämpfen. Seit ihr Mann bei einem Tauchgang vor einem Jahr tödlich verunglückt ist, lebt sie vollkommen abgeschieden in einem kleinen Haus am Meer. Trotz ihrer panischen Angst vor der Dunkelheit will sie sich beweisen, dass sie mit dem Alleinsein zurechtkommt. Dass sie sich beobachtet fühlt, bildet sie sich vielleicht nur ein. Dass ihre Katze nicht mehr auftaucht, hat wahrscheinlich nichts zu bedeuten. Aber als sie eines Morgens beim Schwimmen im Meer auf die Leiche einer Patientin stößt, nimmt der Alptraum Gestalt an: Hat Siri als Therapeutin versagt - oder will jemand ihr Leben zerstören?

Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Zur Zeit habe ich ziemlich viele angefangene Reihen auf meinem SuB, daher sträubte ich mich ehrlich gesagt ein wenig noch eine Reihe zu beginnen. Mir wurde jedoch der bereits vierte Band der Reihe rund um Siri Bergmann vom bloggerportal zur Verfügung gestellt. Irgendwie dachte ich damals, dass es sich bei "Mann ohne Herz" um einen Einzelband handelt. Dem ist jedoch nicht so, also beeilte ich mich in der letzten Zeit die Reihe zu beginnen, um dann demnächst den vierten Band rezensieren zu können. Ich hasse es einfach Reihen nicht mit dem ersten Band zu beginnen. 

Mein Eindruck:

Mit dem Buch "Die Therapeutin" ist es gelungen mich von der ersten Seite an zu faszinieren und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen. 
Siri ist dabei nicht immer eine besonders sympathische Figur, die jedoch gerade dadurch an Individualität und auch an Authentizität gewinnt. Ihre Alkoholsucht und die Ängste rücken hierbei, das ein oder andere Mal zu sehr ins Rampenlicht, gehören aber zum Kennenlernen der Hauptfigur dazu. Nebenfiguren werden durch die beiden Autorinnen ebenfalls sehr authentisch gezeichnet und vorgestellt.
Der Aufbau der Spannung hat im ersten Teil der Reihe etwas auf sich warten lassen, da anfangs nur eine unheimliche Stimmung spürbar ist und noch gar keine echte Bedrohung im Raum steht. Dies ist als Stilmittel in meinen Augen in Ordnung, um so einen sanften Einstieg in eine spannende Reihe zu gestalten und die wiederkehrenden Figuren erst einmal kennen zu lernen. 
Besonders gefallen hat mir, dass der in die Arbeit von Siri einen Blick erhaschen darf, in dem wir die Therapiesitzungen mit ihren Patienten mit erleben dürfen. Dies ist ein weiterer Punkt, wodurch das Buch spannend ist, ohne zu sehr in die "klassischen Ermittlungsmuster" von skandinavischen Romanen zu fallen. 

Insgesamt kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der Lust auf eine neue Reihe mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur verspürt und dabei ein sehr spannendes Ende nach einem etwas gemütlicherem Einstieg bevorzugt. 

Donnerstag, 18. August 2016

Rezension: Wenn das Glück dich sucht

Wenn das Glück dich sucht 
von Erica James
Roman
ISBN: 3404173457

Worum es geht: 
Saskia ist mit ihrem beschaulichen Leben als Buchrestauratorin in einem kleinen Dörfchen in Suffolk zufrieden. Ihr Vater und ihre Opas, mit denen sie nach einem Schicksalsschlag zusammenwohnt, wollen allerdings, dass sie endlich die Welt entdeckt. Saskia lässt sich davon nicht beirren. Vor allem nicht, als sie einen interessanten Auftrag erhält: die Veräußerung einer wertvollen Bibliothek. Dabei findet sie nicht nur ein geheimnisvolles Notizbuch, sondern trifft auch den charmanten Matthew...

Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Dieses Buch war mal wieder ein absolut spontaner Cover-Kauf. Das Cover ist in tollen Blautönen gehalten (irgendwie stehe ich total auf blaue Bücher) und lag auf einem sommerlich dekoriertem Tisch in meiner neuen Lieblingsbuchhandlung aus. Da musste es einfach mit.

Mein Eindruck:
Lange Zeit war ich nicht mehr so gespalten in meiner Meinung zu einem Buch.
Zu erst hat mich geärgert, dass der Klappentext mir weis machte, das entdeckte Notizbuch wäre Saskia beim Aufräumen selbst in die Hände gefallen - so war es nicht. Jetzt mag ich vielleicht kleinlich sein, denn das Notizbuch ist tatsächlich durch die Aufräumarbeiten aufgetaucht, aber eben nicht auf direktem Wege. Für mich hörte sich der Klappentext nach dem direktem Wege an und da hab ich mich gefragt, wie um alles in der Welt es passieren kann, dass der Klappentext mit dem Inhalt nicht ganz stimmig ist?

An zweiter Stelle hat mich irritiert, dass die Geschichte, die ziemlich in der Gegenwart spielt, also rund um Saskia, nur so "dahinplätscherte" und für mich ziemlich durchschaubar war. Alle sorgten sich so sehr um Saskia und es wurde gefühlte hunderte Male betont, dass Saskia sich endlich los machen muss von ihrer Familie. Es wurde aber auch hunderte Male betont, dass Saskia dies nicht möchte - um so unglaubwürdiger für mich das Ende von diesem Teil der Stoty. So viel kann ich an dieser Stelle verraten. Gelungen ist in meinen Augen jedoch, dass jede Figur ihre Eigenheiten beibehält. An mancher Stelle wirkt dies etwas übertrieben, aber der rote Faden, die Individualität der Figuren bleibt erhalten. Keine der Figuren erschien mir unsympathisch und Saskia konnte ich mir besonders gut vorstellen. Jedoch gehen mir trotz der vielen Betonungen die Figuren zu wenig in die Tiefe... Sehr geschätzt habe ich die Abschnitte, die von Saskias Arbeit handeln.

Jetzt zum durchweg positiven Teil des Buches: die zweite Handlung, die durch das Notizbuch beschrieben wird, ist meines Erachtens wesentlich gelungener erzählt. An dieser Stelle habe ich mich teilweise gefragt, warum es hier der Autorin so viel geschickter gelang spannend und gefühlvoll zu erzählen. Die Figuren dieses Abschnittes sind in meinen Augen wesentlich authentischer in ihren Handlungen. Hier wird nicht jede Eigenheit gefühlte hundert Mal betont und die Ereignisse, die Gefühle, ja die komplette Story spielte wie in einem Film in meinem Kopf ab. Die Figuren dieses Teils sind mir wesentlich deutlicher in Erinnerung, als Saskia und Co.

Insgesamt möchte ich festhalten, dass dieses Buch durchaus "nette Unterhaltung" ist, die leider viel verschenktes Potenzial in einem der beiden Handlungsstränge aufweist. Wer darüber hinweg sehen kann, wird jedoch seine Freude mit dem Buch und ein paar spannende und gefühlvolle Stunden verbringen.

Sonntag, 14. August 2016

Outfit #4: Flamingo

Flamingo

Flamingo von gedruckte-welt, Essie enthaltend

Just Cavalli white t shirt
€110 - farfetch.com


Converse pink shoes
€45 - shoeme.ca


Magid white purse
€28 - ebags.com


Splendid nickel free earrings
€13 - splendid.com


Essie nail polish
€7,50 - beauty.com





Dieses Outfit wurde durch meine Wiederentdeckung des wunderbaren Buches "Flamingos im Schnee" inspiriert!

Samstag, 13. August 2016

Rezension: Die Toten, die niemand vermisst



Die Toten, die niemand vermisst

von Hjorth und Rosenfeldt
Krimi

ISBN: 978-3499266614

Achtung: dies ist bereits Band 3 der Reihe rund um Sebastian Bergmann. Hier ist findest du die Rezension zu Band 2! 

Worum es geht:
In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie überlebt. Jemand anderes hatte dafür weniger Glück: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, darunter die zweier Kinder. Alle per Kopfschuss getötet. 

Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie. 

Als Höglund und Bergman endlich auf eine brauchbare Spur stoßen, schaltet sich der schwedische Geheimdienst ein...


Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Bereits die beiden Vorgänger haben den Weg vor meine lesehungrigen Augen gefunden. Da ist es für mich nur logisch, dass ich die Reihe weiter verfolge. Und auch mit Band 3 wurde ich nicht enttäuscht.

Mein Eindruck:
Band 3 der Krimi-Reihe rund um den Psychologen Sebastian Bergmann knüpft nahtlos an seine beiden Vorgänger an. Jeder einzelne der Ermittler kämpft weiterhin mit seinem Privatleben und weiterhin ziemlich viel für sich allein - die Mitglieder des Teams wissen untereinander ziemlich wenig - der Leser erfährt weiterhin viel von jeder einzelnen Figur des Buches. (Dennoch möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass jemand, der die beiden Vorgänger nicht kennt, auch seine Freude an dem Buch hat.) Mir gefallen ja Bücher, in denen ich über das Privatleben der Ermittler etwas mehr erfahre als "üblich" in der Regel ganz gut - hier hat es jedoch den Anschein, dass der Fall um die unbekannten Leichen ziemlich in den Hintergrund rückt. Die Ermittlung an sich ist lange Zeit ziemlich unspektakulär und gewinnt erst später im Buch an Spannung. (Wer wie ich das Team der Ermittler bereits kennt und die besonderen Eigenschaften jedes Einzelnen mag, den stört die anfangs schleppende Entwicklung des Falls vermutlich nicht.) Die Auflösung des Falls gefällt mir dann wieder besser - abgesehen davon, dass ich es jetzt kaum abwarten kann, was im Nachfolgeband passiert, denn auch hier wird vermutlich die Geschichte nahtlos weiter gehen.
Einen Minuspunkt muss ich jedoch ausgerechnet für den Perspektivwechsel vergeben: üblicherweise macht dies oft den Reiz einer Handlung für mich aus. Diesmal erfüllt die Erzählung aus den Perspektiven der Opfer zu viele Klischees, die zudem, meines Erachtens, ständig wiederholt werden, damit der Leser auch ja "die andere Kultur" vor Augen hat... Das hätte in meinen Augen anders gelöst werden können.



Montag, 8. August 2016

Hörbuch-Tipp: Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast

Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast
von Barbara Sher
ISBN: 978-3-86231-183-5

Worum es geht:
Tausend Ideen, tausend Pläne, tausend Möglichkeiten – doch statt sich für einen Weg zu entscheiden, verharren Sie unbeweglich auf der Stelle? Wenn Sie dieses frustrierende Erlebnis nur zu gut kennen, dann ist der neue Ratgeber von Barbara Sher genau das Richtige für Sie. Denn die Erfolgsautorin zeigt, wie es mit einigen Übungen gelingen kann, alle Ihre Ideen umzusetzen. Nach den Bestsellern „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“ und „Wishcraft“ endlich nun auch Barbara Shers Ratgeber für alle, die tausend Träume haben.

Warum dieses Hörbuch in meine Hände fiel:
Mein Freund ist relativ regelmäßiger Besucher bzw. Leser des blogs EatTrainLove und entdeckte dort diesen Artikel. Beim Lesen musste er sofort an mich denken und stieß mich mehr als gründlich mit der Nase darauf. Beim Lesen erkannte auch ich mich irgendwann wieder und wollte das Thema "Scanner" vertiefen und ggf. für mich nutzen. 

Mein Eindruck:
Heute kommt die gute Nachricht zu erst - im Buch "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast" wird ein durchweg positiver Umgang mit "Scannern" gepflegt. Zum ersten Mal habe ich mich damit auseinander setzen können, dass ich nicht die einzige Person bin, die es nicht schafft, sich endlich mal ihren "Traum fest zu legen". Es ist durch und durch in Ordnung zu derlei Menschen zu gehören, die es eben oft auf Grund der vielen Projektideen und Träume nicht schaffen, sich DAS Ziel zu setzen. Und: ich muss mich auch gar nicht verändern. Aber: ich kann mit Hilfe des Buches lernen, meine vielen Ideen fest zu halten und erstmal zu strukturieren, sie in eine (grobe) zeitliche Abfolge bringen. Und das war tatsächlich eine großartige Hilfestellung für mich, meinen Alltag ein wenig zu ordnen und diese vielen Gedanken- und Ideensprünge endlich in (m)ein Verhaltensmuster einsortieren zu können. 
Für die aktive Mitarbeit musste ich das Hörbuch jedoch oft unterbrechen, um meine "Hausaufgaben" zu erledigen.. Einige Textpassagen musste ich mehrfach hören, um zu verstehen, was genau die Autorin meint. Hier habe ich mir ab und an die Printversion gewünscht, um mit verschiedenen Lesezeichen und Randnotizen direkt im Buch arbeiten zu können. 
Ein weiterer Punkt, den der Hörer beachten sollte ist, dass Barbara Sher viel von ihren eigenen Erfahrungen aus ihrer Beratungstätigkeit arbeitet, bzw. mit Fallbeispielen dem Leser die Problematik zum Teil überspitzt darstellt. Prinzipiell ist das in meinen Augen in Ordnung, es fehlt jedoch der wissenschaftliche Hintergrund sowie so mancher Hinweis auf den deutschen Arbeitsmarkt. So leicht, wie ihre Fallbeispiele auf zu lösen waren, ist es denke ich hier in Deutschland nicht.  

Fazit:
Wissenschaftliche Analysen oder Nachweise fehlen in diesem Buch gänzlich - es eignet sich meines Erachtens dennoch für die "Arbeit" und die "Auseinandersetzung" an und mit sich selbst. Es besteht die Chance, dass so manches Verhaltensmuster besser verstanden wird.




Montag, 18. Juli 2016

Montagsfrage: Bist du in einem Buchclub?

Wie immer am Montag findet beim buchfresserchen die Montagsfrage statt und ich bin heute auch wieder dabei. Heute stellt aber "81 Stufen nach Hause" die Frage. Wissenswert ist also diese Woche:

Bist du in einem Buchclub?

Leider bin ich das nicht. Ich wäre das aber total gerne - ähnlich wie in dem Buch "Der Jane Austen Club" von Karen Joy Fowler. Das ist aber tatsächlich in dieser (sehr ländlichen) Gegend eher schwierig, denke ich. Dann ist da ja auch immer die Frage, ob man in der Gruppe einen gemeinsamen Geschmack trifft, dann muss das individuelle Lesetempo berücksichtigt werden und die Arbeitszeiten etc... Dazu kommt natürlich das kleine Hindernis, dass ich hier ohnehin noch sehr wenig Menschen persönlich kenne. (Und diejenigen, die ich kenne, lesen nicht so gerne). Mit einer Freundin tausche ich jedoch bei fast jedem Treffen ein Buch. Sie gibt mir eins, das sie gelesen hat und mir empfiehlt und umgekehrt. Das macht auch unheimlich Spaß - ist aber nicht der "Hauptfaktor" unserer Freundschaft. Dies läuft halt eher nebenher und ist nicht der eigentliche Anlass für unsere Treffen.
Online war ich mal in einer SuB-Gruppe vernetzt, in einem Forum. Jedoch ist dies einfach irgendwann zu weit weg von mir gewesen, von meinem "echten" Leben - es ist einfach ein Unterschied, bei der Kommunikation über Bücher in reale Augen schauen zu können, die bei dem Thema mindestens genauso leuchten, wie die eigenen.

Vielleicht werde ich irgendwann einmal so viel Freizeit haben, um einen Buchclub ins Leben zu rufen. Einen Buchclub, der sich vielleicht sogar "strahlende Leseaugen" nennt?! ;)


Freitag, 15. Juli 2016

Rezension: Verliebt in Mr. Daniels

Verliebt in Mr. Daniels
von Brittainy C. Cherry 
Roman
ISBN: 978-3-8025-9918-7


Worum es geht: 
Unsere Liebe verboten zu nennen ist einfach. Einfacher, als zu erkennen, dass wir vom ersten Moment an Seelenverwandte waren. Ich denke, wir sind beides: verbotene Seelenverwandte. Ich hatte nicht vor, mich in ihn zu verlieben, als ich nach Wisconsin kam. Ich hatte weder geplant, in Joes Bar zu stolpern, noch mich Hals über Kopf in Daniels Musik zu verlieren. Ich hatte ja keine Ahnung, dass allein seine Stimme all meine Sorgen wenigstens für einen kurzen Moment vertreiben könnte. Ich wusste nicht, dass sich so das Glück anfühlt. Unsere Liebe war mehr als nur Leidenschaft. Es ging um Familie. Um Verlust. Um das Gefühl, wieder lebendig zu sein. Unsere Liebe war verrückt und schmerzhaft. Sie bestand aus Lachen und Weinen. Sie war wie wir. Und allein deshalb werde ich es niemals bereuen, dass ich mich in meinen Lehrer Mr Daniels verliebt habe!

Mein Eindruck:
Das Buch "Verliebt in Mr. Daniels" steckt vom Anfang bis zum Ende im Drama. Die Figur Ashlyn verliert ihre Zwillingsschwester, die Mutter muss eine Entziehungskur machen und Ashlyn dadurch zu ihrem (ihr fast unbekannten) leiblichem Vater ziehen... Die Figur Mr. Daniels steckt ebenfalls voller Tiefschläge. Wem dies nicht eine Schippe zuviel Drama in einer Geschichte ist, der kann sich, meiner Meinung nach, hier auf eine wunderbare Liebesgeschichte einlassen. Besonders gefallen hat mir, dass die beiden Hauptfiguren wenigstens ihr Kennenlernen ohne viel Drama überstanden haben und es quasi "nebenher" passierte - so wie es im realen Leben eben oft passiert. Die Beziehung der beiden gestaltet sich durch diverse Komplikationen mit vielen Gefühlen: Freude, Glück, Trauer und auch Komik. Das ist okay und stellenweise sehr berührend.
Dennoch muss ich einige Kritikpunkte nennen. Das Buch verliert sich in meinen Augen in zu vielen "Nebengeschichten". Natürlich spielen all diese Ereignisse eine Rolle im Leben der Figuren, das ist mir durch aus bewusst. In meinen Augen verliert aber der "Hauptstrang" der Story an Raum. Ashlyn lernt ihre neue Familie kennen und zum Teil lieben, aber auch dies verläuft nicht ohne Drama - in meinen Augen einfach ein wenig zu viel Drama. Die "Aufgabenliste" der Zwillingsschwester verliert der Leser völlig aus den Augen, da sie absolut nebensächlich wird - dabei hat doch damit alles so schön angefangen. Ich persönlich hätte gerne die komplette Liste der Schwester gesehen.
Worüber ich außerdem nur den Kopf schütteln kann - die Sexszenen der beiden Hauptfiguren erschließen sich mir nicht ganz. Die kommen mir ein wenig zu "gewollt", zu zwanghaft. Hier hat das Buch seine "Unschuldigkeit" zu sehr verlieren wollen und sich damit phasenweise in eine Reihe der Bücher begeben, die ich gar nicht erst im Buchhandel in die Hand nehme, da sie mich null interessieren, geschweige denn als Leserin "antörnen".
Mein letzter Kritikpunkt: das Ende - nach so viel Drama hätte ich einfach ein anderes erwartet.
Insgesamt betrachtet habe ich das Buch, trotz Kritik in guter Erinnerung und mir gefielen viele Details der Autorin. Ich mag, dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben ist und dass sich Shakespeare durch das gesamte Buch zieht. Wer dadurch über die Kritikpunkte hinweg schauen kann, der wird dieses Buch genießen können.

Leseempfehlung!



Montag, 11. Juli 2016

Montagsfrage: Thema Mördersuche im Krimi

Heute bin ich mal wieder bei der aktuellen Montagsfrage des buchfresserchens dabei. Heute möchte das buchfresserchen Folgendes wissen:

Wenn du einen Krimi/Thriller o.ä. liest, machst du dir selbst Gedanken darüber, wer der Mörder/Täter ist, oder lässt du dich prinzipiell vom Autor überraschen?
Egal, ob ich einen Krimi lese, der aus der Feder von Nele Neuhaus stammt, oder ob es sich um einen brutalen skandinavischen Thriller handelt - mein Kopf denkt automatisch mit. So geht es mir auch, wenn der Täter stilistisch bereits bekannt ist und "nur noch" der Weg zur Lösung des Falls aufgezeigt wird. Die Schlüssigkeit eines Falls ist mir wichtig.Krimis oder Thriller, in denen völlig überraschend ein völlig anderer (evtl. bisher unbekannter) Täter auf den letzten Seiten auftaucht und im Eiltempo abgearbeitet wird, sind eher nichts für mich. 

Freitag, 8. Juli 2016

Verfilmt: Ein ganzes halbes Jahr



Ein ganzes halbes Jahr

Die Vorlage für diesen wunderbaren Film (und so viel sei verraten: meinen Freund hat dieser Film im Kino ebenso berührt wie mich), stammt aus dem gleichnamigen Buch der Autorin Jojo Moyes. Die Rezension zu dem Buch findet ihr hier.

Der Besuch dieses Films im Kino war für mich im Prinzip eine Pflicht, da mich das Buch bereits vor einiger Zeit sehr in seinen Bann gezogen hat und mir tief unter die Haut ging - und ich sollte auch beim Film nicht enttäuscht werden.
Die Verteilung der Rollen gab mir jedoch bereits bei der ersten Sichtung der Vorschau leichte Bedenken: Louisa wird durch Emilia Clarke gespielt, die zwar optisch wunderbar in meine Vorstellung passt, jedoch sehr viel mit ihrer Mimik spielt. Bereits bei der Vorschau kam mir dies übertrieben vor und auch beim Film an sich störte mich dies zum Teil. Dieser Wehrmutstropfen ist aber in den Schlüsselszenen des Films direkt ganz tief im Hinterkopf verschwunden und ich war wieder ganz in die Geschichte getaucht - unbedingt an die Taschentücher denken.
Sam Claflin, der die Rolle von William übernimmt, wirkt hingegen im Gesicht ein wenig zu starr, zu wenig lässt sich an seinem Gesicht für mich als Zuschauerin ablesen. Hier hätten die beiden Darsteller der Hauptrollen ruhig ein wenig von sich lernen können.
Die Rollen der Eltern von William sind in meinen Augen durch Janet McTeer und Charles Dance in meinen Augen absolut perfekt besetzt. Eine andere Besetzung hätte ich mir hier nicht vorstellen können. Sie passen einfach wunderbar in ihre teilweise "gefühlskalten" Rollen und natürlich in die wunderbare Kulisse.
Die Schlussszene wurde ebenfalls sehr gut umgesetzt, auch hier wurde viel Liebe ins Detail gesteckt, ich habe nichts vermisst. Zu viel möchte ich hierüber aber dennoch nicht verraten, sollte es noch Leser geben, die weder Buch noch Film bislang kennen.

Trotz der kleinen Kritikpunkte über die mimische Leistung der beiden Hauptdarsteller ist "Ein ganzes halbes Jahr" in meinen Augen eine absolut gelungene Verfilmung und auf jeden Fall den Besuch des Kinos wert - aber wie gesagt, denkt an die Taschentücher.

Montag, 20. Juni 2016

Montagsfrage: Magst und liest du Gedichte/Gedichtbände?

Heute behandelt das buchfresserchen eine ganz besondere Frage:

Magst und liest du Gedichte/Gedichtbände?

Im klassischen Sinn muss ich die Frage eindeutig verneinen. Ich lese keine Gedichtbände, obwohl ich mir immer mal wieder vornehme ein Gedicht mal auswendig zu lernen - einfach so, ohne tieferen Grund. Aber welches? Es gibt so herrlich viele schöne Gedichte. Trotzdem habe ich keinen einzigen Gedichtband in meiner Wohnung stehen.
Selbstgereimte "Quatschgedichte" begleiten mich aber (fast) jeden Tag - sei es als Kinderreim mit meinem Sohn, bei der Arbeit oder einfach, weil mir der Schalk im Nacken sitzt und ich gerade Lust auf Blödsinn habe. Diese Gedichte sind aber nie besonders poetisch und ergeben oft auch nur den einen Sinn: Spaß an der Sprache.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Hörbuch-Rezension: Sophia, der Tod und ich

Sophia, der Tod und ich
von Thees Uhlmann
gelesen vom Autor

Worum es geht:
Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine absurd-witzige Diskussion, in der es um Kopf und Kragen, um die Insel Juist, den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.
Es geht auf eine Reise zwischen Himmel und Hölle – und um die Frage, ob es das alles überhaupt gibt. Eine Reise, die geprägt ist durch die Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen wie: Muss der Tod pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? – Und die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«.

Mein Eindruck:
Zunächst möchte ich die negativen Eindrücke berichten - Thees Uhlmann hat mich als Sprecher seines eigenen Romans nicht direkt in seinen Bann gezogen. Mir fiel es in den ersten Kapiteln sehr schwer mich auf seine Rhythmik und seine Betonung ein zu lassen. Um ganz ehrlich zu sein: ich war kurz davor dieses Hörbuch ab zu brechen. Zum Glück habe ich dies nicht getan!
"Sophia, der Tod und ich" überschlägt sich in den Ereignissen, bleibt dadurch immer spannend und lebendig. Die Frauenfigur Sophia, die mir auf Anhieb gefallen hat, ist meine absolute Lieblingsfigur des Romans. Auch ihren Vater lernt der Leser ein wenig kennen. Hier musste ich an mancher Stelle wirklich lachen - der Erzähler und Sophias Vater geben sich einen Schlagabtausch, der sehr witzig ist. Obwohl hier ziemlich an der Grenze gekratzt wird, was politisch angemessenen Humor angeht, hatte ich nie das Gefühl, dass diese Grenze überschritten wird. Das Besondere an all dem Humor: meiner Meinung nach verliert der Autor nie den Ernst, nie die Tiefe des Themas Tod - und allem was dazu gehört. Trauer, Freundschaft und auch Liebe und Vergebung finden ebenso ihren Platz.
Generell wollte ich viele Sätze mitschreiben (während der Autofahrt aber nicht empfohlen). Der Autor trifft Situationen und Gefühle so auf den Punkt, beschreibt auf eine humorvolle Art und Weise, ohne dabei dem Leser seine eigene Meinung aufdrücken zu wollen. Die Figuren im Roman gehen auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema um und bleiben dabei immer authentisch, nah an der Realität.
Dieses Buch wird definitiv noch in der Printversion in meinem Regal landen und dann werde ich etwas tun, das ich sonst (eigentlich) nicht mache: ich werde es noch einmal selbst lesen, um mir mehr Zeit, mehr Atempausen für die Sätze, den Klang der Wörter in meinem Kopf nehmen zu können. Mehr Zeit für den Genuss dieses Buches.

Hörempfehlung!

Hier geht´s direkt zu einer Hör- und Leseprobe

Montag, 9. Mai 2016

Montagsfrage: Zu welchem Buch hast du deine erste Rezension verfasst?

Eine kleine Ewigkeit ist es nun schon her, dass ich an der Montagsfrage, die beim buchfresserchen statt findet, teilgenommen habe. Heute ist aber die Frage so spannend, dass ich keinen Schritt daran vorbei machen konnte:

Zu welchem Buch hast du deine erste Rezension verfasst?
 
Meine ganz allererste Rezension zur Schulzeit war tatsächlich von dem Buch "Rennschwein Rudi Rüssel". Dieses Buch sollte im Prinzip der Beginn meiner Bücherliebe sein. Mein damaliger Deutschlehrer war einfach Weltklasse!
 
Das erste Buch, dass ich auf diesem blog kommentiert habe ist "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Beim Schreiben selbst dachte ich noch: Ob ein einfacher Roman den Beginn des Blogs spiegeln soll? Ich lese doch viel lieber Krimis?! - Dieser Gedanke hat sich nicht bewahrheitet. Denn mittlerweile ist mein Lesegeschmack definitiv sehr offen für alle Genres.
 
Wusstet ihr, dass "Ein ganzes halbes Jahr" bald im Kino läuft? Schaut her:
 
 


Mittwoch, 4. Mai 2016

Abbruch: Alles ist erleuchtet

Alles ist erleuchtet
von Jonathan Safran Foer
Roman
ISBN: 978-3-596-15628-3

Worum es geht:
Ein junger Amerikaner reist durch die Ukraine. Lebt sie noch, die Frau, die seinem jüdischen Großvater während der Nazizeit das Leben gerettet hat? In einem klapprigen alten Auto macht er sich auf die Suche nach einer gespenstigen Vergangenheit. Zusammen mit einem alten Ukrainer und dessen Enkel Alex, der ein herrliches verballhorntes Englisch spricht. Und dann ist da noch die Promenadenmischung Davis jr.jr.

Warum es zu (m)einem Lese-Abbruch kam:
Der Roman "Alles ist erleuchtet" hat schon einige Jahre auf meinem SuB verbracht, weil ich ihn mir für eine entspannte Zeit "aufgespart" hatte. Ich wollte dieses Buch genießen und nicht im hektischen Alltag nebenher lesen. Vom Roman "Extrem laut und unglaublich nah" war ich schließlich sehr angetan - es stellte sich heraus, dass das Leseerlebnis von "Alles ist erleuchtet" für mich ein vollkommen anderes sein sollte.
Der Autor lässt die Geschichte durch verschiedene Perspektiven erzählen und eine davon war schon nach wenigen Seiten nur noch anstrengend für mich. Alex erzählt einige Passagen in gebrochenem Englisch - für ein paar Sätze ist dies bestimmt eine Abwechslung und kann erheitern, hier war es mir eindeutig zu viel. Ich war schlichtweg genervt, auf Grund eines beabsichtigen Sprachfehlers des Erzählers permanent aus dem Lesefluss gerissen zu werden.  Außerdem werden die Namen der Figuren ständig wiederholt, weil Alex betont, dass er seine Spitznamen nicht mag. Dies führt zu unglaublich langen und unnötigen Bandwurm-Passagen.
Ein weiterer Minuspunkt war in meinen Augen, dass sich der Autor Foer von dem Erzähler Alex selbst einen "Helden" nennen lässt. Für manche scheint dies ein amüsanter Punkt zu sein, hat mich aber auf Grund der Häufigkeit ziemlich irritiert. (Was wollte uns der Autor damit beweisen?)
Ein weiterer Minuspunkt ist meiner Ansicht nach, dass es einen Erzählstrang gibt, der die Geschichte eines jüdischen Dorfes beschreibt - viel zu langatmig und undurchsichtig. Auch das Lesen dieser Passagen hat mir keinerlei Freude bereitet und ich konnte mir nicht vorstellen dieses Buch mit Lesefreude zu beenden.

In meinen Augen wurde die Idee dieser Geschichte durch die Art und Weise des Erzählens veralbert und als nicht lesenswert vergeudet.

Diese Meinung ist Teil der #GoldenBacklist-Aktion 2016

Freitag, 29. April 2016

Rezension: Girl on the train

Girl on the Train
von Paula Hawkins
Roman
ISBN: 978-3-7645-0522-6

Worum es geht:
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...

Mein Eindruck:
Die Geschichte aus "Girl in the train" wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt - von drei Frauen, die alle ein Opfer oder ein Täter sein könnten. Alle drei verstricken sich in Widersprüchen und die Glaubwürdigkeit der Erzählerinnen wird in Frage gestellt. Dieses Stilmittel mag auf den ersten Seiten etwas verwirrend sein, ist aber in dem Roman von Paula Hawkins durch und durch gelungen. Als Leserin durfte ich sehr tief in die Psyche und in die Emotionen von drei sehr unterschiedlichen Frauen schauen - das war sehr faszinierend. Jede dieser Figuren hat ihre ganz eigene Sicht auf die Geschehnisse, da jede von ihnen eine sehr authentische Figur mit dunklen Geheimnissen und einer eigenen Geschichte ist.
Da mir immer wieder begegnet, dass dieses Buch ein Thriller sei, muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es hier kein typischer Thriller oder gar Krimi ist - viel mehr geht es hier um die tiefen Einblicke in die Psyche, um Schwächen und Verletzungen, um Lug und Trug und dem Blick hinter die Fassade. In diesem Buch geht es um den Blick hinter "die heile Welt". Und: dieses Buch ist großartig - ich habe es in einem Schwung verschlungen. Zwar war mir persönlich das Ende, bzw. die "Auflösung" ziemlich bald klar, aber der Blick in die Figuren hat mich fast schon gezwungen dieses Buch nicht mehr aus der Hand zu legen.
Absolute Leseempfehlung! (Wobei ich mir vorstellen könnte, dass es bei diesem Buch ähnlich wie bei denen von Gillian Flynn ist: es gibt Leser wie mich, die der Stil des unseriösen Erzählers fasziniert und es wird diejenigen geben, die absolut davon genervt sind)

Übrigens: im Oktober kommt die Verfilmung in die Kinos und ich bin sehr gespannt darauf. Mich wird es noch in der ersten Woche vor die große Leinwand ziehen.


Mittwoch, 20. April 2016

Rezension: Die Seiten der Welt

Die Seiten der Welt
von Kai Meyer
Fantasyroman
ISBN: 978-3-8414-2165-4

Worum es geht:
Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

Mein Eindruck:
Im Gegensatz zum Buch Asche und Phönix hat mich der Autor Kai Meyer nicht ganz in seinen Bann genommen. Beim Auftakt der Trilogie für die Seiten-Welt brauchte er einige Seiten, um Spannung um die eigentliche Geschichte auf zu bauen. Die ersten Kapitel verbrachte ich als Leserin mit Furia in ihrem Zuhause - wohl nur, um zu bemerken wie besonders buchig die Welt um sie herum ist. Hier wurden viele besondere Details geschaffen und besonders gefielen mir die Origami-Vögel als fantastisches Wesen. Dennoch war ich zu Beginn des Buches nicht allzu sehr gefesselt - der Zusammenhang zur gesamten Handlung hat mir gefehlt. Sogar die Figur Furia erschien mir anfangs zu platt und alle anderen Figuren um sie herum wesentlich lebhafter, obwohl doch sie die Hauptfigur darstellt - ganz eindeutig ein Minuspunkt für mich. Sie musste sich als Figur noch entwickeln und wirkt erst zur Mitte des Buches hin nicht mehr so emotionslos auf mich. Die liebste Nebenfigur war für mich Sunderland. Ich mochte seine Ecken und Kanten.
Die Geschichte um die Entführung des Bruders entwickelt sich relativ spät, hat mich aber doch noch in den Lesebann gezogen und ich habe den mittleren Teil des Buches verschlungen. Gegen Ende hin hatte ich jedoch das Gefühl, der Autor müsste durch das Buch hetzen, hätte nur noch sehr wenig Zeit auf die sonst so liebevoll erzählten Details einzugehen. Und so verliert für mich dieses Buch am Ende wieder etwas von seinem Reiz.
Insgesamt betrachtet schafft Kai Meyer eine absolut tolle Welt für jeden Buchliebhaber - alleine deswegen schon lesenswert. Ich selbst bin jedoch froh mir dieses Buch aus der Bücherei entliehen zu haben und werde so auch mit den beiden Nachfolgebänden verfahren - so bin ich nicht zu sehr über den (leicht enttäuschenden) Inhalt traurig.
Bedingte Leseempfehlung - in meinen Augen nicht so herausragend wie andere Bücher des Autors.

Freitag, 15. April 2016

Rezension: Kielgang

Kielgang
Krimi
ISBN: 3426516136
von Angelika Svensson

Worum es geht:
Auf einem Gestüt an der Ostsee werden zwei junge Männer aufgefunden – der eine tot, der andere schwer verletzt.
Ein Fall für Kriminalhauptkommissarin Lisa Sanders von der Mordkommission Kiel, der dadurch erschwert wird, dass Oberstaatsanwalt Fehrbach der Sohn des verstorbenen Gestütsbesitzers ist. Seit ihrem letzten Fall hat Lisa eine äußerst zwiespältige Beziehung zu Fehrbach. Kein Wunder, dass sie sich mit gemischten Gefühlen an die Aufklärung des Verbrechens macht – die sie bald in die düstere Welt der Rockerbanden und ihrer Drahtzieher führt

Mein Eindruck:
"Kielgang" ist der zweite Band der Reihe rund um Kommissarin Sanders. (Den Auftakt "Kiellinie" habe ich bereits hier rezensiert.)
Die Fortsetzung rund um die Geschehnisse von Ermittlerin Sanders hat mich sehr in seinen Bann gezogen. Die Figuren, besonders die Figuren Sanders und Fehrbach sind mir noch weiter ans Herz gewachsen und mittlerweile ist mir sogar die Ermittlerin durch und durch sympathisch und ihr Gefühlschaos sehr nachvollziehbar für mich. Die Figur verliert dabei nicht an Authentizität, da ihre Ecken und Kanten erhalten bleiben. Fehrbach ist jedoch meine absolute Lieblingsfigur dieser Reihe, ich mag seine teilweise schroffe Art und habe ein ziemlich genaues Bild vor Augen, wenn ich ihn mir vorstelle, (obwohl ich mir in diesem Band an einer ganz bestimmten Stelle dachte: WAS? Das kann doch wirklich nicht sein Ernst sein...?). Auch die anderen Ermittler wurden mir als Leserin immer vertrauter und ein paar persönliche Details machten die Figuren des Ermittlerteams perfekt.
Der eigentliche Fall, in den eine Rockerbande verstrickt ist, konnte mich jedoch nicht hundertprozentig überzeugen. Zu sehr wird eine bestimmte Figur hervorgehoben, um dann im letzten Moment als Täter auf zu tauchen. Hier wurde meiner Ansicht nach viel Potenzial in der finalen Auflösung des Falls verschenkt, bzw. zu lange an der falschen Spur festgehalten. Der eigentliche Täter erhält dadurch nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient. Denn auch diese Figur ist insgesamt gut gezeichnet.
Während ich in meiner vorangegangenen Rezension noch den Stil der Autorin Angelika Svensson bemängelt habe, erschien mir der Stil und die Sprache im zweiten Band deutlich flüssiger. "Notlösungen", wie zum Beispiel klingelnde Telefone, um schwierige Situationen der Figuren zu umgehen, sind mir seltener aufgefallen.
Insgesamt ist auch der zweite Band meiner Meinung nach als "Häppchen" für zwischendurch. Perfekt für den Alltag, da der Wiedereinstieg in das Buch jederzeit sehr leicht fällt. Ich freue mich jetzt bereits auf den dritten Band.

Leseempfehlung!


Mittwoch, 6. April 2016

Rezension: Kiellinie

Kiellinie
Krimi
ISBN: 978-3-426-51401-6
von Angelika Svensson

Worum es geht:
Kurz vor Beginn der Kieler Woche finden zwei Segler
die Leiche einer jungen Frau an der Kieler Förde. Es
handelt sich um die Tochter des ehemaligen Liebhabers
von Kriminalhauptkommissarin Lisa Sanders. Erschwert
werden Lisas Ermittlungen in diesem Mordfall durch die Zusammenarbeit mit dem arroganten Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Freiherr von Fehrbach, den selbst ein dunkles Geheimnis zu umgeben scheint ...


Mein Eindruck:
Der erste Band einer Reihe rund um die Ermittlerin Lisa Sanders konnte mich (fast) komplett überzeugen. Die verschiedenen Figuren (und das sind einige), sind trotz der "Erstvorstellung" in diesem Band durchaus authentisch und handeln jeder für sich schlüssig. Die Kommissarin Lisa Sanders war mir dabei nicht immer sympathisch - aber genau dies macht ihren Charakter so interessant und vielseitig. Die absolute Lieblingsfigur in diesem Buch war für mich der Staatsanwalt Fehrbach und als Leserin durfte ich schnell entdecken, dass unter seiner glatten und teilweise schroffen Fassade einfach ein "toller Kerl" steckt. Insgesamt begeisterten mich die Figuren so sehr, dass ich das Buch fast wie eine "Daily-Soap" verschlungen habe.
Der Fall hat mich von Anfang an gefesselt, da diverse Spuren gestreut und verfolgt wurden. Jedoch war die Auflösung, bzw. der Verlauf der Ermittlungen nicht spektakulär oder (übertrieben) aufgebauscht - ein weiterer Pluspunkt für das Buch.
Bei aller Begeisterung gibt es jedoch einen Haken. Die Figuren des Buches führen oft schwierige Gespräche miteinander oder erleben heikle Situationen im Team. Hier erweckt die Autorin  Angelika Svensson den Anschein, als habe sie Furcht davor die Situation zu lösen, in dem die Beteiligten eine Situation ausdiskutieren. Ständig klingelt ein Handy genau im falschen Moment oder es kommt ständig jemand im ungünstigsten Moment in den Raum.!Mir ist bei dieser Art von Kritik bewusst, dass dies zum Teil ein Stilmittel ist, um die Vermutungen und Neugier der Leser zu steigern. Jedoch hat mich dieser Stil der Autorin zum Teil schon gestört und die Häufigkeit dieser "Lösungen schwieriger Stellen" erschien mir all zu oft.
Insgesamt kann ich dieses Buch jedoch absolut als "einfachen Happen zwischendurch" empfehlen.
(In der nächsten Woche gibt es die Rezension von Band 2 "Kielgang" - ihr dürft gespannt sein)

Leseempfehlung!

Donnerstag, 31. März 2016

Top Ten Thursday: 10 Bücher, in denen Tiere einen Einfluss haben

Willkommen zu einem sehr tollen Thema des Top Ten Thursday!
Ich bin mit voller Begeisterung dabei (meine Liste ist wieder sehr abwechslungsreich und bunt an Themen), denn heute hat sich Steffi für folgendes Thema entschieden:

10 Bücher, in denen Tiere einen Einfluss haben


Die Mäuse von Deptford ist schon einige Jahre alt, aber ich hab es immer noch als mega spannend in Erinnerung und gehört definitiv zu den Lieblingsbüchern aus meiner frühen Jugend!









Um Abenteuer geht es auch bei den Fledermäusen. "Silberflügel" ist der Auftakt einer Trilogie rund um die Figur "Schatten" und zog mich bereits vor ein paar Jahren sehr in seinen Bann.





Lieselotte sucht




Die Geschichten rund um Lieselotte sind einfach rundherum klasse und ständiger Begleiter in unserem Familienleben. Die Geschichte "Lieselotte sucht" ist dabei in unseren Augen ein ganz besonderes Highlight. In den tollen Illustrationen gibt es einfach immer etwas zu entdecken. Die Internetseite ist mit den Spielen und Malblättern eine tolle Ergänzung.






Pettersson und Findus begleiten unsere kleine Familie ebenso wie die bereits erwähnte Kuh Lieselotte. Hier ist unser Lieblingsbuch "Pettersson zeltet". Übrigens gibt es hier auch eine ganz tolle Internetpräsenz.










"Heute bin ich" ist ein Bilderbuch über Emotionen - es zeigt auf, wie Wut, Frust und fröhlich sein aussehen und sich anfühlen können. Wunderbar, weil so einfach gestaltet. Es gehört in jedes Bücherregal von Familien und in jede Einrichtung, die mit Kindern arbeitet!




Die Geschichte von "Rennschwein Rudi Rüssel" war meine allererste Schullektüre - und wandert als Hörbuch nach ganz oben auf meine Wunschliste.









Raubvögel haben mich schon immer irgendwie fasziniert - das Buch "H wie Habicht" von Helen Macdonald tut dies ebenfalls und wird demnächst in meinen Besitz gelangen.









"Die Bienenhüterin" ist leider ein Buch, dass sich trotz des Anreizes durch die Story, schon ein wenig länger auf meinem SuB befindet. Hoffentlich erlöse ich dieses Buch bald vom Status "ungelesen".









Das erste Buch, in dem es heute nicht ganz so offensichtlich um den Einfluss von Tieren geht. Doch in "Wohin du mich führst" geht es um einen Schüler, der einen Hund zu seinem Besitzer zurück bringen soll. Dadurch entsteht eine spannende Geschichte für Jugendliche! Unbedingt lesenswert!








Zuletzt noch in die Top Ten gerutscht, aber definitiv nicht auf dem letzten Platz: "Aklak der kleine Eskimo" ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, das Gewinnen und das Verlieren. Mit starken Bildern wird die Geschichte Aklaks erzählt, der zunächst keine menschlichen Freunde hat - aber dafür tolle aus der Tierwelt.