Sonntag, 22. März 2015

Hörbuch-Rezension: Der Nachtwandler

Der Nachtwandler
von Sebastian Fitzek
Hörbuch
gelesen von Simon Jäger
ISBN: 3785748396

Worum es geht:
In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein - doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …

Mein Eindruck:
Simon Jäger versucht die Spannung in dem Buch "Der Nachtwandler" stimmlich aufzubauen und zu halten. In meinen Augen ist er auch ein guter Leser, er liest flüssig und in einem angenehmen Tempo. Dennoch bleibt es bei einem Versuch seinerseits. Der Plot von "Der Nachtwandler" ist an sich spannend und bietet jede Menge Raum für grausige und spannende Szenen. Doch leider überhäuft Fitzek den Leser (oder wie in diesem Fall den Hörer) geradezu damit. Die Spannung kann sich in meinen Augen dadurch gar nicht richtig aufbauen. Das "Auskosten" einer spannenden und grausamen Szene bleibt aus, da man direkt in die nächste Szene mit noch mehr Grauen geschleudert wird.
Insgesamt ist das Buch jedoch schlüssiger aufgebaut, als zB. in dem Buch "Passagier 23" und auch das Ende wirkt nicht so sehr an den Haaren herbei gezogen.
Simon Jäger würde ich gerne mal in einem anderen Hörbuch erleben. Für Fitzek ist jetzt leider eine laaaange Pause angesagt, nach dem ich gleich zwei Mal enttäuscht wurde.
Insgesamt reicht es für eine:
Bedingte Hör-Empfehlung

Rezensions-Spenden-Aktion 2015: 12€

Kommentare:

  1. Schade, dass dich das Hörbuch nicht so recht überzeugen konnte. Ich habe ja noch nichts von Fitzek gelesen oder gehört, aber in letzter Zeit kommen mir immer dieselben Kritikpunkte unter, die auch du äußerst. Gewalt, noch mehr Gewalt und dann noch mal mehr Gewalt. Ich bin zwar nicht zartbesaitet, aber grausige oder gewaltsame Szenen müssen für mich schon irgendwie Sinn ergeben. Wenn es nur darum geht, sich immer mehr hochzusteigern oder mit noch mehr Brutalität selbst zu überbieten, macht mir das keinen Spaß. Insofern habe ich immer weniger Lust darauf, mal einen Fitzek anzutesten ...

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  2. Vielen Dank für deinen Kommentar. Zur Zeit würde ich auch behaupten, dass du nichts damit verkehrt machst, wenn du Fitzek NICHT liest. Vielleicht hätte das Hörbuch auch nicht ganz so schlecht abgeschnitten, wenn die Pleite mit "Passagier 23" nicht direkt voran gegangen wäre. Ich weiß jedoch noch, dass mir damals das Buch "Die Therapie" deutlich besser gefallen hat. Dies ist jedoch schon ein paar Jahre her. Falls du also doch mal Lust auf einen "Fitzek" hast, dann könnte ich dir dieses Buch nahe legen. ;)

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