Sonntag, 11. Februar 2018

Rezension: Drachenwind - mein Jahr in Afghanistan

Drachenwind - mein Jahr in Afghanistan
Kerstin Tomiak
Erfahrungsbericht
ISBN: 3426782618

Worum es geht:
Kerstin Tomiak ist ein leidenschaftlicher Mensch – und sie steht für ihre Überzeugungen ein. Als sie für ein Projekt der ISAF nach Kunduz geht, erwartet sie, auf eine vom Krieg beherrschte Männergesellschaft zu treffen.
Doch es kommt ganz anders. Zwischen Militär und Stammesgesellschaft trifft sie auf mutige Polizistinnen, erlebt afghanische Gastfreundschaft und entdeckt ein atemberaubend schönes Land. Schließlich erfährt sie, dass im Füreinander die große Chance des afghanischen Volkes liegt – eines Volkes, das im jahrhundertealten Spiel mit den bunten Drachen seine Hoffnung auf eine friedliche Zukunft in alle Winde schickt.

Mein Eindruck:
Obwohl das Buch "Drachenwind" bereits im Jahr 2009 erschien, hat es mir, meiner Meinung nach, einen guten Einstieg in das Thema "Afghanistan" geben können. Mein Wissen lag zuvor leider bei null; ich konnte mir die Menschen, die in Afghanistan leben, kaum vorstellen. So hatte ich lediglich verschleierte Frauen und Armut vor Augen, wenn ich an das Land gedacht hab. (Vermutlich sind jedoch auf Grund des Alters des Buchs nicht alle politischen Aussagen, bzw. Beobachtungen der Autorin noch aktuell.)
Kerstin Tomiak beschreibt, wie ihre allerersten Schritte aussehen, die sie auf die Bevölkerung in Afghanistan zu geht. Sie springt nicht selten über ihren Schatten, in dem sie zum Beispiel unter freiem Himmel schläft, was sie vorher nie von sich gedacht hätte. Genau das macht dieses Buch in meinen Augen so lesenswert: die Autorin überwindet nicht selten sich selbst, klingt manchmal nachdenklich, manchmal traurig - trotzdem macht es Mut für das, was einen bewegt und beschäftigt zu kämpfen. Es macht Lust, auf andere Menschen zuzugehen.

Hier findest du ein wenig mehr über die Autorin!

Mein Fazit:
Für alle, die einen allerersten Blick über ihren eigenen Tellerrand hinaus, auf ein Land mit völlig anderem kulturellem Hintergrund werfen wollen.


Sonntag, 4. Februar 2018

Rezension: Der Galgen von Tyburn

Der Galgen von Tyburn
Ben Aaronovitch
Fantasy
6. Band Peter Grant
ISBN: 978-3-423-21668-5

Worum es geht:
In seinem sechsten Fall muss der fabelhafte Peter Grant
- ein verschollenes altes Buch wiederfinden
- einen verdächtigen Todesfall auf einer Party der Reichen und Schönen Londons aufklären
- versuchen, es sich dabei nicht völlig mit Lady Ty zu verderben
- vermeiden, vom Gesichtslosen ins Jenseits befördert zu werden
- sich mit einem ganzen Haufen rauflustiger Amerikaner herumschlagen, die definitiv zu viel ›24‹ gesehen haben.
Kurz: Peter bekommt die einzigartige Gelegenheit, es sich mit alten Freunden zu verderben und sich dabei jede Menge neue Feinde zu machen. Mal vorausgesetzt, er überlebt die kommende Woche.

Mein Eindruck:
Eins vorneweg: wer die vorhergegangen Bücher nicht kennt, sollte vermutlich nicht mit dem sechsten Band einsteigen. Zuviel, auf das auch in "Der Galgen von Tyburn" eingegangen wird, ist in den anderen Büchern bereits geschehen.
Zugegeben, der 5. Fall "Fingerhut-Sommer" hatte mir nicht hundertprozentig gefallen, dennoch kann ich mit dem sechsten Band wieder eine deutliche Steigerung an Spannung und Action verzeichnen.
Natürlich greift der Autor auch im sechsten Fall von Peter Grant auf eine Menge Stereotypen zurück - das verstehe ich jedoch als Stilmittel, wie eben Peter Grant die Welt sieht. Rund um die vielen fantastischen Wesen, denen er begegnet, gibt es eben doch eine Menge Vorurteile, die sich immer wieder zu bestätigen scheinen. So tauchen ein paar Amerikaner auf, die einem Klischee nach dem anderen entsprechen. Das hat mich einige Male zum Schmunzeln gebracht.
Weiterer Pluspunkt: endlich taucht Lesley wieder für mehr als ein paar Randsätze auf und der Gesichtslose wird enttarnt und wir lernen auch ihn ein wenig näher kennen! Außerdem ist die Beziehung Peters zu Beverley (ich mag sie einfach!) immer noch vorhanden, so dass wir ihr immer wieder kurz begegnen.
Insgesamt hat mich "Der Galgen von Tyburn" einige Stunden lang sehr amüsiert und ich freue mich schon auf weitere Nachfolgebände.



Donnerstag, 18. Januar 2018

Rezension: Im Wald von Nele Neuhaus



Im Wald
von Nele Neuhaus
Krimi
ISBN: 9783548289793

Worum es geht:
Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander ehem. Kirchhoff vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf?

Mein Eindruck:
Generell bot mir "Im Wald", der mittlerweile achte Band, die Spannung, die ich aus der Reihe rund um Bodenstein erwarte. Der Fall ist schlüssig und dennoch spannend aufgebaut. Die Charaktere sind wieder klasse dargestellt, da jeder für sich nachvollziehbar handelt. Dabei tauchen eine Menge menschlicher Abgründe auf.
Außerdem gefällt mir, dass es im Ermittlerteam eine neue Figur, sprich einen neuen Kollegen gibt.

Zwar zeigt das Buch ein Personenverzeichnis auf, dennoch war mir die Fülle der Charaktere (außerhalb des Ermittlerteams) abschnittsweise ein wenig zu viel. So konnte ich das Buch schlecht für ein oder zwei Tage aus der Hand legen, ohne hinterher überlegen zu müssen, wer welche Funktion in dem Buch hat.
Außerdem kamen mir die Beschreibungen der Landschaft häufig zu gestelzt vor - das ist mir bei den vorhergehenden Bänden nicht so negativ aufgefallen. Dadurch hatte ich in diesem Band leider häufiger das Gefühl, dass sich das Buch unnötigerweise in die Länge zieht.

Mein Fazit:
Für zwischendurch eine solide Unterhaltung für Neuhaus-Fans. Als Neueinsteiger in die Reihe jedoch nicht zu empfehlen, da dies, meiner Meinung nach, eins ihrer schwächsten Bücher ist.


Hier findest du noch mehr Infos rund um die Reihe sowie die Autorin!

Freitag, 12. Januar 2018

Meine Leseziele für 2018

Willkommen zurück!

Hier herrschte Funkstille - eine sehr lange Funkstille. Das lag zum einen an meiner Leseflaute, die mich im zweiten Halbjahr überfiel. Die war heftig und hielt sehr lang an. Ich hatte irgendwie keine Ruhe und auch keine richte Lust, um zu lesen. Ich wollte die Zeit mit unserem Baby einfach in vollen Zügen genießen - und um ehrlich zu sein manchmal auch nur schlafen, wenn das Baby schlief.

Das letzte Quartal 2017 hatte es dann noch einmal richtig in sich. Energie war für das Lesen oder diesen blog leider nicht mehr da und so hab ich natürlich auch die challenges einfach abgebrochen. Ganz ehrlich, ich bin froh, dass diese Zeit vorbei ist und wir alle gut daraus gekommen sind. Neues Jahr, neues Glück oder?

Meine Leseziele für 2018

Mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist im vergangenen Jahr förmlich explodiert. Im Regal ist kein Platz mehr und einige Bücher mussten tatsächlich schon in den Keller umziehen. Das muss sich ändern! Mir war es noch nie so ernst mit dem SuB-Abbau, daher hier meine Leseziele:
  • mir selbst keine neuen Bücher kaufen
  • 40 Bücher vom SuB lesen  (selbst im Jahr 2017 hab ich ca. 30 Bücher geschafft, trotz allem. Da sollten ein paar mehr in diesem Jahr als Ziel ok sein)
  • wieder Hörbücher hören und rezensieren - 5 Stück!
  • an der Cover-Challenge teilnehmen und dafür mind. 20 Bücher lesen und rezensieren
  • diesen blog wieder aktiv betreiben
Falls du selbst noch auf der Suche nach einer Lesechallenge bist, findest du hier eine klasse Übersicht!
Wie siehst du das so mit den Lesezielen? Hast du selbst welche oder lässt du deine Leselust einfach auf dich zukommen?

Sonntag, 22. Oktober 2017

Rezension: Vielleicht sogar wir alle

Vielleicht sogar wir alle
von Marie-Aude Murail
Roman
ISBN: 978-3-596-85444-8

Worum es geht:
Der Traum von einem anderen Leben
Marie-Aude Murails neuer Roman erzählt die Geschichte einer ganz normalen Familie: Der Vater fürchtet die drohende Umstrukturierung seiner Firma, der Mutter wird der wachsende Leistungsdruck in ihrem Job zu viel, die jugendliche Tochter flüchtet sich in die Welt ihrer Manga-Helden, und der kleine Sohn ist ein Außenseiter. Sie lieben sich, aber sie finden keine Zeit, es sich zu sagen. Und doch stellen sie auf einmal fest, dass sie alle davon träumen, ein einfacheres Leben zu führen: ohne Luxus, aber auch ohne erdrückende Sorgen.


Mein Eindruck:
"Vielleicht sogar wir alle" handelt von einer Geschichte, wie sie vermutlich in der Realität tausendfach vorkommt. Es geht darum keine Zeit für die eigentlich wichtigen Dinge des Lebens zu haben. Es geht um Druck durch das Umfeld und um Druck, den sich manche Menschen selbst machen. Aber trotz dieser bedrückenden Themen bleibt "Vielleicht sogar wir alle" als humorvoll und stilistisch leicht in Erinnerung. Die Autorin Murail hat mit diesem Roman keine schwere Kost geschrieben, sondern macht viel eher Lust darauf sich selbst einmal zu hinterfragen. Was ist mir wirklich wichtig? Bin ich da schon angekommen? Und vor allem: was kann ich von dieser herrlichen Romanfamilie lernen?

Mein Fazit:
"Vielleicht sogar wir alle" sollte von jedem gelesen werden, der Lust hat von einer Romanfamilie zu lernen, was wirklich wichtig ist und sich selbst dabei ein bisschen besser kennen zu lernen.